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KI datenschutzkonform einsetzen: welche Daten in welche Plattform dürfen

Kurzantwort

KI ist datenschutzkonform, wenn die Plattform zur Datenklasse passt. Öffentliche und unkritische Marketing-Daten dürfen in eine Cloud-Plattform im Business- oder Team-Plan mit AVV und deaktiviertem Training. Interne Daten brauchen zusätzlich EU-Datenverarbeitung oder ein Open-Source-Modell auf EU-Server. Sensible Daten gehören auf ein lokales Modell im eigenen Haus. Stand: . Kein Rechtsrat: Diese Seite ersetzt keine Prüfung durch Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Kanzlei.

  • Kosten: Der AVV ist in Business- und Team-Plänen meist Teil der Vertragsbedingungen. Preise der Plattformen stehen im Ratgeber zu Claude Team.
  • Dauer: Die Zuordnung eines Workflows zu einer Datenklasse dauert mit der Prüfreihenfolge unten wenige Minuten.
  • Voraussetzung: ein Business- oder Team-Plan, kein privater Account. Private Tarife haben in der Regel keinen AVV.
  • Datenschutz: Drei Stufen. Stufe 1 deckt rund 80 % der Marketing-Aufgaben ab.
  • Grenze: Das Modell ersetzt weder Verarbeitungsverzeichnis noch Datenschutz-Folgenabschätzung.

Methode

Das Datenklassen-Modell für KI im Marketing

Das Datenklassen-Modell ordnet jede Aufgabe einer von drei Stufen zu. Jede Stufe hat eine passende Plattform. „Die Datenklasse entscheidet über die Plattform, nicht die Gewohnheit.“

Datenklassen-Modell von tiny web, Stand Oktober 2026
Stufe 1Stufe 2Stufe 3
DatenklasseÖffentlich und unkritischIntern und vertraulich ohne besonderen PersonenbezugSensibel
BeispieleInformationen aus öffentlichen Quellen oder zur Veröffentlichung auf Ihrer Website bestimmt: Keyword-Daten, Wettbewerbsanalysen, veröffentlichte Inhalte, Content-Entwürfe ohne PersonenbezugStrategiepapiere, Angebote, interne Auswertungenpersonenbezogene Kundendaten, HR, Finanzen, Verträge, Geschäftsgeheimnisse
PlattformKommerzielle Cloud-Plattform im Business- oder Team-Plan mit AVV, Training deaktiviertCloud-Plattform mit AVV und EU-Datenverarbeitung oder Open-Source-Modell auf EU-ServerLokales Open-Source-Modell auf eigener Hardware des Kunden (oder dediziertem Server), Daten verlassen das Haus nicht
Typischer Anteilrund 80 % der Marketing-Aufgabenprojektabhängig
Vertragliche GrundlageAVV nach Art. 28 DSGVOAVV und Nachweis zum Ort der Verarbeitungkein externer Auftragsverarbeiter für die Modellnutzung
AusführlichPlattformen vergleichenPlattformen vergleichenlokale Modelle im Unternehmen

Die Stufen sind strenger als das Gesetz. Die DSGVO verbietet nicht, personenbezogene Daten in einer Cloud zu verarbeiten. Sie verlangt Rechtsgrundlage, AVV, Sicherheit und einen geprüften Drittlandtransfer. Das Modell legt die Grenze bewusst früher. So muss ein Marketing-Team nicht jeden Einzelfall juristisch prüfen.

Im Zweifel gilt die höhere Stufe. Ein Dokument mit einem einzigen Kundennamen ist Stufe 3, bis der Name entfernt ist.

Bei personenbezogenen Daten steht eine Frage am Anfang: Braucht die Aufgabe den Personenbezug? Oft liefert ein anonymer Datensatz dasselbe Ergebnis. Dann entfernen Sie die Namen, und die Stufe sinkt. Pseudonymisierte Daten bleiben nach der DSGVO personenbezogen (Erwägungsgrund 26). Sie gehören deshalb auf ein lokales Modell. Dort liefern sie in vielen Fällen gute Ergebnisse.

Entscheidungstabelle

Welche Marketing-Daten in welche KI-Plattform dürfen

Die Tabelle ordnet zwölf typische Marketing-Datenarten einer Stufe zu. Suchen Sie die Datenart Ihrer Aufgabe. Die Spalte „Vorher erledigen“ nennt, was vor dem Upload zu tun ist.

Marketing-Datenarten und Datenklassen, Stand Oktober 2026
DatenartStufePlattformVorher erledigen
Keyword-Listen, Suchvolumen, SERP-Daten1Cloud-Plattform mit AVVnichts
Veröffentlichte Artikel, Produkttexte, Website-Inhalte1Cloud-Plattform mit AVVnichts
Wettbewerbsanalyse aus öffentlichen Quellen1Cloud-Plattform mit AVVnichts
Content-Entwurf ohne Personenbezug1Cloud-Plattform mit AVVNamen, Zitate und Fotos von Personen prüfen
Anonymisierter Monatsreport (Traffic, Rankings, Klicks)2Cloud mit AVV und EU-Verarbeitung oder EU-ServerExport ohne Nutzer-IDs und IP-Adressen
Marketing-Strategie, Kampagnenplan2Cloud mit AVV und EU-Verarbeitung oder EU-ServerMitarbeiternamen entfernen
Angebot, Budget, Preiskalkulation2Cloud mit AVV und EU-Verarbeitung oder EU-ServerKundennamen entfernen; mit Kundenbezug Stufe 3
Briefing mit Kundenstimmen und Namen3lokales ModellEinwilligung prüfen; anonymisiert Stufe 1 oder 2
Leads, CRM-Export, Newsletter-Liste3lokales ModellPersonenbezug nötig? Sonst entfernen oder pseudonymisieren; Rechtsgrundlage prüfen
Kundenfeedback, Support-Tickets, Bewertungen mit Namen3lokales Modellanonymisiert Stufe 2
Bewerbungen, Mitarbeiterdaten, Gehälter3lokales ModellDSFA prüfen, Betriebsrat einbinden
Verträge, Bilanzen, unveröffentlichte Produktdaten3lokales ModellFreigabe der Geschäftsführung

Die Zuordnung ist eine Empfehlung von tiny web, keine Rechtsauskunft. Das gilt auch für B2B-Kontakte und Mitarbeiternamen. Fragen Sie zuerst, ob die Aufgabe den Namen braucht. Wenn nicht, entfernen Sie ihn vor dem Upload.

Unser Tipp: Anonymisieren hebt viele Daten eine Stufe nach unten. Ein Feedback-Export ohne Namen und E-Mail-Adressen ist ein internes Dokument, kein Kundendatensatz.

Prüfreihenfolge

Datenklasse eines KI-Workflows in fünf Fragen bestimmen

Fünf Fragen ordnen jeden Workflow einer Stufe zu. Beantworten Sie sie der Reihe nach. Die erste Frage mit „Ja“ entscheidet.

  1. Enthält die Eingabe Daten über eine erkennbare Person? Name, E-Mail, Foto, Kundennummer oder eine Kombination, die auf eine Person schließen lässt (Art. 4 Nr. 1 DSGVO). Ja: Prüfen Sie zuerst, ob die Aufgabe den Personenbezug braucht. Wenn nicht, anonymisieren Sie die Daten und fragen erneut. Wenn doch, gilt Stufe 3.
  2. Gehören Daten zu einer besonderen Kategorie? Gesundheit, Religion, politische Meinung, Gewerkschaft, biometrische Daten (Art. 9 DSGVO). Ja: Stufe 3 und Datenschutzbeauftragten fragen.
  3. Wäre die Eingabe ein Schaden, wenn ein Wettbewerber sie liest? Verträge, Margen, unveröffentlichte Produkte. Ja: Stufe 3.
  4. Ist die Eingabe intern, aber ohne Personenbezug? Strategie, Angebot ohne Kundennamen, anonymisierte Auswertung. Ja: Stufe 2.
  5. Ist alles öffentlich oder zur Veröffentlichung bestimmt? Daten aus öffentlichen Quellen und Texte für Ihre Website sind in der Regel unkritisch. Ja: Stufe 1.

Dokumentieren Sie das Ergebnis je Workflow in einem Satz, zum Beispiel in der Projektanweisung. Das ist zugleich Ihre Nutzungsrichtlinie.

Mehr zur Anweisung: Projektanweisungen mit Vorlage und Generator schreiben

Rechtsrahmen

DSGVO, AVV, Drittland und AI Act: der Rechtsstand Oktober 2026

Vier Regelwerke betreffen KI im Marketing: DSGVO, Auftragsverarbeitung, Drittlandtransfer und die KI-Verordnung (AI Act). Die folgenden Absätze fassen zusammen, was ein Marketing-Team wissen muss. Rechtsberatung ist das nicht.

Die DSGVO gilt, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden. Dann brauchen Sie eine Rechtsgrundlage (Art. 6), einen Eintrag im Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30) und angemessene Sicherheit (Art. 32). Bei hohem Risiko kommt eine Datenschutz-Folgenabschätzung dazu (Art. 35). Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung darf eine KI nicht allein treffen (Art. 22).

Die Datenschutzkonferenz (DSK) empfiehlt in ihrer Orientierungshilfe vom 6. Mai 2024: Zweck festlegen, Personenbezug vermeiden, Training mit Eingaben ausschließen, Beschäftigte schulen, Ergebnisse prüfen. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) rät zu einem dokumentierten Freigabetest vor dem Einsatz.

Ein AVV nach Art. 28 DSGVO regelt, dass der Anbieter Daten nur in Ihrem Auftrag verarbeitet. Business-, Team- und Enterprise-Pläne enthalten ihn in der Regel in den Vertragsbedingungen. Private Tarife haben meist keinen AVV.

Beispiel Claude (Stand Juni 2026, Quelle Heuking): Free, Pro und Max laufen unter Verbraucherbedingungen ohne AVV. Team, Enterprise und API enthalten den AVV mit Standardvertragsklauseln. Eingaben werden dort nicht zum Training genutzt. Details und Preise: Claude Team für Unternehmen: Preis und Datenschutz

Daten in die USA dürfen nur mit einer Grundlage nach Art. 44 bis 46 DSGVO fließen. Das EU-US Data Privacy Framework (DPF) ist seit 10. Juli 2023 ein Angemessenheitsbeschluss für zertifizierte US-Unternehmen. Ohne Zertifizierung gelten Standardvertragsklauseln.

Das Gericht der EU hat das DPF am 3. September 2025 bestätigt (Rechtssache T-553/23). Ein Rechtsmittel liegt beim Europäischen Gerichtshof (C-703/25 P), ein Urteil steht aus (Stand Oktober 2026). Ob ein Anbieter zertifiziert ist, zeigt die offizielle Liste auf dataprivacyframework.gov.

Fällt das DPF, betrifft das Stufe 1 kaum: öffentliche Daten brauchen keinen Transferschutz. Stufe 2 und 3 sind davon unabhängig, weil sie in der EU oder im eigenen Haus bleiben. Das ist ein Grund für das Modell.

Wer ein KI-System beruflich nutzt, ist Betreiber im Sinne des AI Act (Art. 3 Nr. 4). Für Marketing-Teams gelten drei Pflichten.

  • KI-Kompetenz (Art. 4), seit 2. Februar 2025: Seit dem Digital Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026) müssen Betreiber Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu fördern. Ein bestimmtes Niveau ist nicht mehr vorgeschrieben. Eine Schulung mit Nachweis bleibt der einfachste Beleg.
  • Transparenz (Art. 50), seit 2. August 2026: Realistisch wirkende KI-Bilder, -Videos und -Audios (Deepfakes) müssen Sie kennzeichnen. KI-Texte, die die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse informieren, ebenfalls, außer ein Mensch hat sie redaktionell geprüft und verantwortet.
  • Verbote (Art. 5), seit 2. Februar 2025: zum Beispiel manipulative Techniken, die Entscheidungen von Menschen erheblich verzerren. Für normale Marketing-Texte ist das kein Thema.

Hochrisiko-Pflichten (Art. 26) betreffen das Marketing selten. Sie gelten nach dem Omnibus ab 2. Dezember 2027 für Systeme nach Anhang III, etwa KI zur Auswahl von Bewerbern. Das ist Stufe 3.

Typische Fehler

Typische Fehler beim Datenschutz mit KI im Marketing

Die meisten Verstöße entstehen nicht in der Plattform, sondern beim Upload. Diese sechs Fehler sehen wir in Marketing-Teams am häufigsten.

  • Private Accounts für Firmenarbeit. Ohne Business- oder Team-Plan gibt es keinen AVV, und das Training ist oft eingeschaltet.
  • Ganze CRM-Exporte als Kontext hochladen, obwohl die Aufgabe nur Branchen und Firmengrößen braucht.
  • Kundenstimmen mit Namen in einen Content-Entwurf kopieren. Der Entwurf wird dadurch Stufe 3.
  • Eine Wissensdatenbank einmal freigeben und nie prüfen. Jede neue Datei kann die Stufe des ganzen Projekts ändern.
  • Eine Freigabe pro Tool statt pro Workflow. Dasselbe Tool kann Stufe 1 und Stufe 3 verarbeiten, nur nicht im selben Projekt.
  • KI-Bilder von realistisch wirkenden Personen ohne Kennzeichnung veröffentlichen. Seit August 2026 ist das eine Pflicht nach Art. 50 AI Act.
  • Ihr Unternehmen verarbeitet Gesundheits- oder Sozialdaten im Kerngeschäft. Dann gilt Berufs- oder Sozialrecht zusätzlich.
  • Sie entwickeln ein eigenes KI-Produkt für Kunden. Dann sind Sie Anbieter im Sinne des AI Act, nicht nur Betreiber.
  • Ein KI-System entscheidet über Menschen, etwa Bewerber oder Kreditwürdigkeit. Das ist ein Fall für Datenschutzbeauftragten und Kanzlei.

Aus der Praxis

Datenklassen-Modell

Informationen aus öffentlichen Quellen oder für die Veröffentlichung auf der Unternehmenswebsite sind in der Regel unkritisch. Sie können in Business-Accounts der großen LLM-Anbieter verarbeitet werden. Bei personenbezogenen Daten ist meine erste Frage: Brauchen wir die personenbezogene Zuordnung? Oder erreichen wir qualitativ dasselbe Ergebnis mit anonymen Daten? In vielen Fällen arbeiten wir mit pseudonymisierten Daten. Dann erreichen wir mit lokalen LLMs gute Ergebnisse.

Hans Jung, tiny web GmbH

In Ihren Projekten

Die Datenklasse in SEO, KI-Workflows und Automatisierung

Dieselbe Datenklasse gilt in allen drei Leistungen von tiny web. Sie entscheidet, welches Werkzeug ein Workflow nutzt.

Wir halten es auf tinyweb.com genauso: Schriften liegen auf dem eigenen Server, das Tracking kommt ohne Cookies aus, und der Terminkalender lädt erst nach Ihrem Klick. Warum Marketing der richtige Start ist, steht hier: warum Marketing der beste erste Schritt für KI ist

Häufige Fragen zu KI und Datenschutz

Ist die Nutzung von KI-Tools DSGVO-konform?
Ja, wenn Plattform und Daten zusammenpassen. Ein Business- oder Team-Plan mit AVV und deaktiviertem Training reicht für öffentliche und unkritische Daten. Für personenbezogene Daten brauchen Sie zusätzlich Rechtsgrundlage, Drittland-Prüfung und oft eine Datenschutz-Folgenabschätzung.
Hat Claude Team einen AVV?
Ja. Laut Heuking (Juni 2026) enthalten Team, Enterprise und API den AVV mit Standardvertragsklauseln in den Commercial Terms. Free, Pro und Max haben keinen AVV. Prüfen Sie den aktuellen Stand im Ratgeber zu Claude Team.
Darf ich ein Budget oder eine Preiskalkulation in Claude hochladen?
Ja, als Stufe 2 in einem Team-Plan mit AVV, wenn keine Kundennamen enthalten sind. Mit Kundenbezug ist es Stufe 3 und gehört auf ein lokales Modell. Entfernen Sie Namen vorher, dann bleibt es Stufe 2.
Müssen wir nach dem AI Act eine KI-Schulung nachweisen?
Sie müssen seit Februar 2025 Maßnahmen zur KI-Kompetenz ergreifen. Seit dem Omnibus vom Juli 2026 ist das eine Förderpflicht ohne festes Niveau. Eine dokumentierte Schulung ist der einfachste Nachweis.
Müssen KI-generierte Marketing-Texte gekennzeichnet werden?
Meist nein. Art. 50 AI Act verlangt eine Kennzeichnung für Texte zu Themen von öffentlichem Interesse, außer ein Mensch hat sie redaktionell geprüft. Realistisch wirkende KI-Bilder und -Videos müssen Sie seit August 2026 immer kennzeichnen.
Reicht es, Kundendaten zu pseudonymisieren, damit sie in die Cloud dürfen?
Nein. Pseudonymisierte Daten bleiben personenbezogen (Erwägungsgrund 26 DSGVO). Sie gehören auf ein lokales Modell, das damit in vielen Fällen gute Ergebnisse liefert. Erst vollständig anonymisierte Daten fallen in eine niedrigere Stufe.
Was passiert mit unseren Workflows, wenn das Data Privacy Framework fällt?
Für Stufe 1 ändert sich wenig, denn öffentliche Daten brauchen keinen Transferschutz. Stufe 2 und 3 laufen in der EU oder im eigenen Haus. Ein EuGH-Urteil zum Rechtsmittel C-703/25 P steht aus (Stand Oktober 2026).

Nächster Schritt

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30 Minuten, unverbindlich, mit ehrlicher Einschätzung. Sie sprechen direkt mit Hans Jung.

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